GUITARS PARADISE: Wie es dazu kam…

 

In meinem Elternhaus gab es keine einzige Gitarre, nur ein altes, schwarzes, sarg-ähnliches Klavier, auf dem ich täglich Pflichtübungen zu absolvieren hatte. Irgendwann habe ich mich geweigert, weiter zur Klavierstunde bei Frau Hacker (nomen est omen!) zu gehen; vielleicht gerade noch rechtzeitig, bevor mir die Lust am Musizieren vergangen wäre? Waren es Rachegelüste, dass ich später die Hämmer dieses schwarzen Klaviers mit Reißzwecken bestückte und Honky-Tonk darauf spielte? - Jedenfalls wurde mir das Sammeln von Gitarren durchaus nicht in die Wiege gelegt. So erzähle ich die Story, wie ich zum Sammler geworden bin. Es gibt auch andere Seiten von mir und meinem Leben, die sollen hier nicht Thema sein, auch wenn die Geschichte damit einseitig wird. Hoffentlich kann ich so den einen oder anderen Gitarren-Liebhaber an der Freude an meiner Sammlung etwas teilhaben lassen!

Meine erste Gitarre bekam ich als Pfadfinder 1963 vom Süd-West-Versand; heute würde man diesen Laden als Out-Door-Shop bezeichnen. Dementsprechend war dies eine echte Wandergitarre, sehr robust aus wetterfestem Sperrholz gebaut und notfalls auch als Paddel, Schneeschuh oder Tennisschläger zu gebrauchen... Und so klang sie auch! Damals genügte dies meinen Ansprüchen. Bei Walter K. lernte ich mit meinen Pfadfinderfreunden (Sippe ´Bär`) die ersten Griffe zur Begleitung unserer wilden Gesänge. Ab 1966 fand ich mich mit Freund Pit zusammen zum "Liederkränzchen". Angeregt vom Zeitgeist der Protestbewegung, sangen und spielten wir Lieder von Bob Dylan, Donavan, Christopher und Michael, Franz Josef Degenhard, Hannes Wader, und vielen anderen. Bald war mir die Wandergitarre nicht mehr gut genug, darum suchte ich und fand mehr Klang in einer gebrauchten FRAMUS 12-String. Über die Spielbarkeit einer 12-saitigen Gitarre machte ich mir erst hinterher Gedanken in Anbetracht blutiger, verkrampfter Finger. Doch die Motivation war da und ich kämpfte mich durch. – Die Wandergitarre tauschte ich gegen eine zwar brüchige, aber charmante Jugendstil-Gitarre (das war meine erste alte Gitarre!). Bei unseren Auftritten misshandelten wir diese im Ulk, entlockten ihr durch Biegen des gelockerten Halses ächzende, jammernde Töne (da blutet mir im Nachhinein das Herz!). Später verschenkte ich sie einem Menschen namens Vogel, der sie reparieren wollte; hoffentlich ist es ihr dort besser ergangen als bei mir! Damals hatte ich noch keinerlei Sammel-Impulse-

Im Jahr 1970 brach dann zum ersten Mal der Gitarren-Fan durch: Anlässlich einer völlig chaotischen Reise durch Mittelmeerländer mit Freundin, Kumpanen und Liebeswirren, entdeckte ich in Madrid den kleinen Gitarrenladen von Luis Maravilla, und die Beste der Gitarren dort von A. Solar GONZALES, die musste es sein! Meine Libido war wohl etwas durcheinander geraten. Die geforderte, damals astronomisch erscheinende Summe von 10.000,- Peseten (ca. DM 600,-) lieh ich mir von den Reisekumpanen zusammen, und dann war ich selig mit meiner Gonzales... sonst lief es damals weniger glücklich für mich. Doch ich blieb der klassischen Gitarre trotz qualifizierten Unterrichts bei Peter Feider in Zürich (wo ich damals studierte) nicht lange treu: Mit dem Umzug nach Tübingen 1973 kam ich über den Club Voltaire zurück zur Folkszene und lernte neben vielen Musikern auch Frank F. kennen, der damals schon von einer Martin 00-45 schwärmte, und der sich sogar an den Bau einfacher Musikinstrumente (Dulcimer) wagte! Das habe ich dann auch probiert, und daraus sollte sich mit den Jahren eine weitere Variante meiner Gitarren-Leidenschaft entwickeln. – Als ich 1974 auf einer Schottland-Tour mit meinem Freund Luki in Edinburgh bei Gordon Simpsons Gitarrenladen eine MARTIN 00-28 - Kopie entdeckte, ein preisgünstiges Japan-Produkt, nahm ich die quasi als Vorstufe einer 00-45 gerne mit! Sie hat sich (nach ein paar Modifikationen) als ein überraschend gutes Stück erwiesen, auch wenn die Ähnlichkeit mit dem Original nur relativ ist.

Auf einem der vielen damaligen Folkfestivals lernte ich den Lieder- und Gitarrenmacher LES BROWN aus Schottland kennen, der seine Instrumente mit einfachstem Werkzeug und um so geschickteren Händen herstellte. Er baute sogar Gitarren aus Wisky-Kisten - Was wohl mit dem vielen Wisky geschah?! Er konnte gute Stories erzählen, faszinierte mich, und ich bestellte bei ihm eine Gitarre (ohne Wisky). Leider konnte diese dann meine (gestiegenen) Ansprüche nicht recht befriedigen, und - viel schlimmer, ein Jammer! - sie fiel bald fast auseinander aufgrund zahlreicher Trockenrisse. In ihrer Heimat Schottland, wo sie herkam, war das Klima (bekanntlich) viel feuchter gewesen. Verärgert gab ich Les diese Gitarre zurück; im Nachhinein ist es schade drum, denn sie war ein sehr originelles Stück! Les versprach mir, eine Neue zu bauen, doch das sollte dauern... Ich holte diese zweite Les-Brown-Gitarre schließlich 1980 als Unvollendete bei ihm ab und stellte sie selbst fertig. Das traute ich mir mittlerweile zu. Meine Gitarren-Passion hatte damals bereits Fortschritte gemacht.

Während eines Studienpraktikums in einem Heim für schwer erziehbare Jugendliche bei meinem Freund Pit 1976 hatte ich während eines Ausflugs nach Mainz in einem kleinen Schaufenster eine große S.L.MOSSMANN "Flint Hills" Dreadnought entdeckt. Sie klang betörend, das Beste, was mir bis dato in die Hände gekommen war, und sie war sündhaft teuer. Die musste es sein (mal wieder...), denn ich suchte mittlerweile nicht weniger als die perfekte Gitarre! Glücklicherweise hatte ich als (nebenberuflicher) Gitarren-Lehrer an der Musikschule zunehmende Fachkenntnis und auch die nötigen finanziellen Mittel. Als ich bald darauf Verarbeitungsmängel bei dieser MOSSMAN entdeckte, bestand ich frustriert gegenüber dem Importeur Dieter Hopf auf Umtausch. Vor Ort durfte ich den gesamten Lagerbestand begutachten, und war ernüchtert: ich fand nicht das wirklich perfekte Exemplar... Diese umgetauschte MOSSMAN wurde mir dann nach einem Gig geklaut! Nachdem die Firma Mossman in den USA abgebrannt war (das erfuhr ich freilich erst später), erwies sich die Suche nach Ersatz als sehr schwierig; damals gab es noch kein Internet. Ich fand schließlich in Hamburg sogar noch zwei MOSSMANs: die eine die Schönheit, die andre eine Klang-Bombe, wieder keine perfekt. Ich kaufte beide, entschied mich für die zweite, und verkaufte die Schöne an einen Freund weiter. Und die Suche nach der ultimativen Gitarre ging weiter... Es sollte noch etwas dauern bis ich erkannte, dass es nicht DIE perfekte Gitarre gibt.

Immer wieder blieben (und bleiben) auch andere Musikinstrumente bei mir hängen, so die eine oder andere reparaturbedürftige Lauten-Gitarre (CORONA/Schuster, Markneukirchen), oder eine extrem seltene Wappen-Bass-Gitarre (HANS RAAB, München), die ich bei Rudi Blazer (damals noch in Stuttgart) entdeckt hatte. Bei ihm sollte ich noch öfter fündig werden!

Dann lockte eine lang geplante Reise 1979 mit Luki und dessen damaliger Freundin in den "Wilden Westen" der USA. Vorzeitig hatte ich in einem wunderschön gestalteten Katalog von "Guitars Friends" (wo sind die bloß geblieben?!), den ich von Frank F. bekommen hatte, über FRANKLIN - Gitarren gelesen (passt ja zu Frank!) und mir schließlich eine bestellt: eine Reproduktion der legendären Martin OM-28. Die damals aktuellen Martin-Modelle konnten mich nie recht überzeugen; vielleicht war ich bereits vom "Vintage"-Bazillus infiziert, der sich in der Vorliebe für alte Instrumente äußert? – Als wir dann durch Amerikas Westen reisten, brach diese "Krankheit" richtig aus, mit tatkräftiger Unterstützung von Luki (Student der Medizin…), der sich in den Metropolen unbefangen zu den Fachgeschäften durchfragte. So landeten wir in San Francisco bei "The Fifth String" (wie der Name verrät: eine gute Adresse für Banjo-Spieler), wo ich durch den einfühlsamen Verkäufer auf eine kleine, unscheinbare, offensichtlich alte und zudem geradezu "billige" Martin aufmerksam gemacht wurde. Trotz noch weitgehender Fach-Unkenntnis: Der konnte ich nicht widerstehen! - Meine erste alte Martin identifizierte später Meister Willi Henkes in Tübingen als eine MARTIN 2-21 von 1889 in bestem Originalzustand; das war für den Anfang nicht schlecht! Doch die Reise durch die USA ging weiter: Beim Bummel durch Seattle wagte sich Luki sogar in einen zwielichtig anmutenden Second-Hand-Shop, wo hinter Gewehren, MPs und anderem military-stuff tatsächlich eine alte Gibson verstaubte; wir bekamen sie fast geschenkt... Meine erste Gibson stellte sich später als nicht wirklich alte GIBSON J 45 von 1969 heraus. – Endlich kamen wir dann nach Sandpoint, Idaho zu "Guitars Friends", wo ich meine bestellte Franklin abholen wollte. Doch sie war nicht fertig; Frust! Was wir zu sehen bekamen war immerhin vielversprechend, und die Leute um Nick Kuckich zeigten sich wirklich sehr nett und hilfsbereit. Sie versprachen uns, die Gitarre rechtzeitig zu unserem Rückflug nach Los Angeles zu schicken. Wir nahmen schließlich auch ihr Angebot an, unsere anderen "Schätzchen" nachschicken zu lassen, weil auf unserer weiteren Reiseroute durch trockene Wüstengebiete Schaden für die Gitarren drohte. Unser Vertrauen wurde nicht enttäuscht. Die Guitars-Friends haben sogar eine von mir gebaute und mitgebrachte "Epinette des Vosges" in Zahlung genommen (wo die wohl heute weilt?). Nebenbei boten sie auch noch eine alte Martin 000-45 an, einen wahren Schatz für damals $ 5000,-. Da mussten wir leider passen. Heute wäre sie mindestens das 10-fache wert. -- Nach Deutschland zurück gekommen fanden wir schwer bepackt mit vier Gitarren (auch Luki hatte eingekauft) kaum Platz im Auto von Freunden, die uns vom Flughafen abholten.

Die FRANKLIN OM-28 erwies sich wirklich als Superstück, fast perfekt! Lange habe ich nichts Besseres gefunden. – Dafür stellte ich 1981 nach längeren Vorübungen mit Dulcimern etc. meine erste selbst gebaute Gitarre (F.L.O. 7/1/15) fertig. Die war überhaupt nicht perfekt und spornte mich zu weiteren an. Dafür begann ich intensiver Fachbücher zu studieren und schaute Fachleuten genauer auf die Finger, und so kam eine zur andern (im Durchschnitt alle zwei Jahre eine Gitarre). Manche habe ich verschenkt, manche zum Materialpreis verkauft, manche spiele ich selbst.

Anläßlich unserer Hochzeit 1984 wollte meine Frau mir eine E-Gitarre schenken, um meine Suche nach neuen musikalischen Ufern zu unterstützen – so eine Frau!!! Die Wahl fiel eine gebrauchte Semi-Acoustic ARIA Pro II Titan Artist; doch die wurde nie mein Liebling (die Frau blieb es). Außerdem brachte sie immerhin eine alte Gitarre ihres Großvaters (samt seiner zwei Zithern) mit in die Ehe, eine ziemlich alte und ramponierte Wandergitarre vermutlich aus Markneukirchen um 1925.

Mit meiner Folk-Band spielte ich damals vorwiegend böhmische Musik (weil die Mitmusiker aus der Tschechoslowakei stammten), wie auch Lieder aus Occitanien/Südfrankreich (weil ich etwas frankophil bin). Das regte mich an, die Diatonische Ziehharmonika spielen zu lernen (bald auch noch Hackbrett und Kontrabass). Merkwürdigerweise sammelten sich alsbald verschiedenste Knopf-Akkordeons bei mir (und ein Hackbrett, und ein Kontrabass, siehe Sonstige Instrumente). Diesem weiteren Ansammeln von Musikinstrumenten setzte ich irgendwann notgedrungen und schweren Herzens ein Ende, weil der Platz nicht reichte und der Schwerpunkt bei den Gitarren bleiben sollte. -- Auf einem Flohmarkt erstand ich dann eine ziemlich ramponierte und uralt anmutende 13-saitige Bass-Gitarre unklarer Provenienz, oder in Garmisch bei Hansi Ostlers Second-Hand-Musikladen eine Elektro Artist Steelguitar aus den 50-ger Jahren; Hawaii-Klänge in Bayern! - Von der Insel Sylt brachte mir meine Frau eine weitere Lautengitarre mit, die sich allerdings im rauhen Nordsee-Wetter gründlich verzogen hatte. So füllte sich das Haus weiter, und ich hatte immer was zu basteln. - Außerdem waren wir damals mit unseren kleinen Kindern beschäftigt. Trotzdem gönnte sich das Kind im Manne zum 40. Geburtstag einen Oldtimer; das hatte gerade noch gefehlt! Die folgenden zwei Jahre verbrachte ich dann mehr oder weniger in der Garage und restaurierte das alte Eisen; im Nachhinein betrachtet ganz schön verrückt! Während dieser Zeit ruhte zwar der Instrumentenbau, doch man ahnt: Der braucht immer was zu pusseln! Von der Oldtimer-Metall-Bearbeitung kehrte ich dann "geheilt" wieder zurück zum Holz. Immerhin: Der alte Volvo läuft brav bis heute!

Trotz der damals schon beträchtlichen Musikinstrumenten-Ansammlung verstand ich mich selbst anfangs der 90-er Jahre noch nicht als Sammler. Der Vintage-Bazillus freilich hatte mich schon voll erfasst. Die Suche nach der ultimativen Gitarre hatte endlich aufgehört und war der Erkenntnis gewichen, dass es viele wunderbare alte Gitarren mit unterschiedlichem Charakter gibt, wo jede ihre eigenen Reize hat. Beispielsweise fand ich im lokalen Wochenblatt eine Kleinanzeige für eine alte Jazzgitarre (SCHMIDT, Arthur, Boston 1937). Das war dann die nächste, mit eigenwilligem Charakter.

1992 ergab sich wieder die Gelegenheit für eine Reise in die USA, und ich besuchte mit meiner Schwester Freunde in Seattle/WA. Zwischen den herrlichen Ausflügen in die Umgebung blieb genug Zeit, ausgehend von Telefon-Büchern die Fährte von Vintage-Gitarren aufzunehmen. Bei "Al`s Guitarville" entdeckte ich gleich zwei begehrenswerte Stücke: eine etwas skurril anmutende GIBSON Nick Lucas Special (die Spezifikation sagte mir damals noch nichts), und eine reich verzierte WASHBURN "New Model". Aus meinem anfänglichen Entweder-Oder machte ich dann ein Sowohl-als-Auch (der Preis machte es möglich) und nahm gleich noch für Luki ein Orpheum-Banjo mit. Er hatte mir auch schon diverse "Mitbringsel" beschert, und meine Schwester konnte ja beim Tragen helfen. – Bei der nachträglichen Identifikation sollte sich vor allem die Gibson Nick-Lucas-Special als Schnäppchen und Glückstreffer erweisen: äußerst selten und völlig original!

Erst dann begann ich mich systematischer mit der Materie "amerikanische Steelstring-Gitarren" und deren sogenannter "golden era" (ca. 1926 - 1945) zu befassen, las entsprechende Fachliteratur und intensivierte meine Kontakte zum Gitarrenbaumeister Rudi Blazer und noch mehr dessen Kompagnon und Vintage-Fachmann Willi Henkes in Tübingen. So gewann ich immer mehr Sachkenntnisse über die alten Gitarren und ihre Hersteller – und die Erkenntnis, dass gute Sammlerstücke ihren Preis haben. Ich war bislang immer auf Schnäppchen-Jagd gewesen, manchmal durchaus erfolgreich, doch stark vom Zufall abhängig. Jetzt griff ich noch halbherzig zu bei einer schönen Martin 000-18 von 1952; doch an die Highlights der "Goldenen Ära", die ich in Tübingen kennenlernen durfte, kam die nicht heran. Ich gab sie schließlich 1996 für eine edlere C.F.MARTIN 000-21 von 1943 in Zahlung und wagte mich auf ein neues Preisniveau - dank einer glücklichen Erbschaft war das möglich geworden. Diese 000-21 ist eine wirklich hervorragende Gitarre. Damit war ein Damm gebrochen: Ich hatte Geld und Zugang zum Vintage-Markt (wobei ich stets meine Finanzen im Auge behielt, und damit die Balance zwischen Verrücktheit und Vernunft, behaupte ich. Mag sein, dass meine Frau das anders sieht...). Nur etwa ein Jahr später übernahm ich gleich ein ganzes ´Paket` von Gibson-Vintage-Gitarren: eine L-1 von 1936, eine Southern Jumbo von 1944, und eine J-200 von 1956 (alle drei später wieder verkauft). Da war wohl wirklich die Gier durchgebrochen. Zunächst schien mir damit ein guter Teil des Gibson-Flattop-Spektrums aus der "guten, alten Zeit" abgedeckt, und ich war zufrieden. Mich faszinierte die Unterschiedlichkeit der Instrumente, jedes auf seine Weise (mehr oder weniger) gut, und vom Charakter ganz anders als die eher konservativ gehaltenen Martins, mehr amerikanisch. Die klanglich allzu trockene/bluesige L-1 tauschte ich bald mit Ralf B. gegen eine GIBSON L-3 Archtop von 1927, mit der ich dann allerdings noch weniger zurecht kam. Sie glänzte vor allem mit ihrer Super-Optik und dem hervorragenden Original-Zustand (Ich habe sie 2002 verkauft). Dies förderte die Entscheidung, meine Sammlung (jawohl, jetzt endlich verstand ich mich als Sammler!) auf "Flattops" zu spezialisieren, mit dem Schwerpunkt auf die amerikanischen, sog. Western-Gitarren. Dazu passend kam das Angebot von Willi, seine MARTIN D-28 von 1944 zu verkaufen, einer Legende dieser Spezies, eine gigantische Gitarre. Damit war für mich ein großer Wunschtraum in Erfüllung gegangen.

Das hinderte mich freilich weiterhin nicht daran, manche Gitarre anderer Kategorien zu adoptieren; dies freilich nicht systematisch. Historische Instrumente faszinierten mich seit jeher. So fand ich 1997 in Paris mit meiner Frau, die sich immer wieder als erfolgreiche "Pfadfinderin" erwiesen hat, den unglaublichen Antiquitäten-Laden von M. André Bissonnet, voller unterschiedlichster antiker Musikinstrumente, ein Erlebnis! Am liebsten hätte ich den ganzen Laden samt dem charmantem Inhaber mitgenommen. Vor allem tat es mir ein uraltes Gitarren-Köfferchen (Machart "Kindersarg") an, in dem eine LEJEUNE, Henry, Paris 1812 (handsigniert) ruhte, eine sehr zierliche Gitarre mit auffällig viel Perlmutt. Dafür kratzten wir alle verfügbaren Francs zusammen. Letztlich ließ sich bei dieser LeJEUNE aus Paris sogar ein Bezug zu Martin-Gitarren herstellen, eine lustige Geschichte... Und die nächste folgt sogleich: In der Fachzeitschrift "Akustik Gitarre" fiel mir 1999 eine Kleinanzeige mit Münchner Telefon-Nummer ins Auge: Johann Georg STAUFER Gitarren zu verkaufen! Mittlerweile einigermaßen fachkundig, wusste ich von diesem berühmten Gitarrenbau-Meister aus Wien. Was ihn für mich interessant macht ist, dass bei ihm Christian Friedrich Martin als Vorarbeiter bis 1825 gearbeitet hat. Da wir gerade in Oberbayern weilten, war der Weg nach München nicht weit. Der Verkäufer Konrad H. war zumindest echter Wiener, doch die Echtheit der Gitarre blieb zunächst zweifelhaft. Wir wurden uns erst nach einigem Hin und Her handelseinig. Die Echtheit dieser Staufer-Gitarre bestätigte mir erst später nach intensiven Recherchen in Nürnberg, München, Füssen und Wien der sehr kompetente und engagierte Lautenbauer Urs Langenbacher aus Füssen. So wächst auch die Abteilung der historischen Gitarren vor 1900.

Über einen guten Bekannten und Flohmarktjäger, Stefan M., fanden wiederholt ganze Wagen-Ladungen von (meist reparaturbedürftigen) Instrumenten zu mir, wenn ihm der Stauraum zu knapp wurde. So kam ich zu zwei netten Wander-Gitarren -Zwillinge aus der Wandervogelzeit, mit dem Label des frühen Musikhauses Reisser/Ulm, gebaut wahrscheinlich in Markneukirchen, dem damaligen Zentrum für Musikinstrumentenbau (Von dort stammte auch C.F.MARTIN). Ein andermal bot mir Stefan gleich vier sogenannte Schlag-Gitarren an, Archtops aus den 50-er bis 60-er Jahren, bei jedem zeitgenössischem Schlagersänger zu bewundern. Das waren zwei HÖFNER, eine ISANA, und eine EKO (die habe ich später bei einer Wohltätigkeitsveranstaltung versteigern lassen). – Tja, das war wieder eine der Ausnahmen von der Regel, dass ich eigentlich nur Flattop-Gitarren sammle! Genauso war es bei einer weiteren Lautengitarre, Banjos, Mandolinen und Waldzither (doch, genau so eine wollte ich schon immer haben!!! Vgl. Andere Musikinstrumente). Stefan sei Dank. Immer wieder konnte ich nicht ´Nein` sagen! So füllte sich das Haus (das mittlerweile glücklicherweise gewachsen war). Die Flohmärkte scheinen seither abgegrast, ich habe schon lange nichts mehr von Stefan M. gehört. - Eine "kritische Masse" von Musikinstrumenten scheint eine gewisse Anziehungskraft für weitere zu erzeugen, entsprechend der Gravitationstheorie.

Von meiner Kollegin Gabriele K.-J. bekam ich dann eine ganz außerordentliche Rarität angeboten: eine (Bass- oder Kontra-)Gitarre ihres Großvaters namens Otto PARET, der ein fanatischer Tüftler gewesen sein muss. Er erhielt 1910 das Deutsche Reichspatent für seinen Mechanismus von verstellbaren Bünden, um die Intonation von Gitarren zu verbessern. Nach seinen Vorgaben hat KOCHENDORFER, Paul, Stuttgart 1912 dieses spezielle Instrument gebaut. Es gibt meines Wissens sonst nur noch zwei Exemplare, eins im Deutschen Museum München, und das zweite entdeckte ich zufällig im Musikinstrumenten-Museum Berlin. - Irgendwann erinnerte sich dann unser Klavierstimmer B. (ein, zwei Klaviere waren mir über die Zeit auch zugeflogen...) angesichts meiner Gitarren-Sammlung an sein altes Erbstück, ebenfalls eine Bass-Gitarre, die er allerdings als Jugendlicher "umgebaut" (d.h. abgesägt) hatte zur 6-saitigen Gitarre. Die entpuppte sich dann ebenfalls als Rarität, nämlich eine Doppel-Resonanz-Gitarre, d.h. mit doppelter Resonanz-Decke, gebaut von WINKLER, Wilhelm (München 1920). Hätte ich dazu etwa ´Nein` sagen sollen? Die aufwendige Reparatur bzw. der Rückbau zum Originalzustand hat mir wieder viele Stunden in der Werkstatt beschert.

Mit den Jahren konkretisierten sich die Vorstellungen als Gitarren-Sammler weiter: Ich wollte die wichtigsten Modell-Reihen und Stile aus den besten Jahren der bekanntesten Hersteller amerikanischer Steelstring-Flattops, C.F.MARTIN sowie GIBSON, zusammentragen. Ergänzend dazu sollten Einzelstücke anderer bedeutender Hersteller Beispiele geben, was es sonst noch gab, jedoch ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Natürlich wollte ich dabei offen bleiben für Raritäten und Kuriositäten außerhalb dieser Spezialisierung. Daran habe ich mich im Weiteren orientiert, und so ist eine schöne Sammlung zusammen gekommen.

Konsequenterweise suchte ich nun gezielt nach Gitarren, um die anvisierten Modell-Paletten zu komplettieren. So fehlte mir ein Exemplar der Gibson L-Serie (meine L-1 hatte ich weggetauscht, und die L-3 verkauft), und es sollte schon etwas Besonderes sein, möglichst das Spitzenmodell L-2! Eine neuerliche USA-Reise durch Neu-England 2000 sollte mich dem näher bringen; meine Frau hatte anlässlich meines 50. Geburtstags den Grundstock dafür gelegt. Doch gezielte Suche ist etwas anderes als eine offene. Allerdings wird sie mittlerweile durch das Internet revolutionär vereinfacht: so konnte ich schon im Vorfeld (mit Tipps von Willi) die einschlägigen Adressen entlang unserer Reiseroute (oder planten wir etwa unsere Route entlang den guten Adressen?) finden und nach ihren Angeboten abfragen, samt Fotos und Vorverhandlungen! Auf diese Weise lernten wir auf unserer Reise einige interessante Leute kennen und sahen unzählige Gitarren, ein paar davon wirklich allererste Sahne, aber auch unbezahlbar! Doch mein gesuchter Typ war sehr rar, und von den wenigen waren die meisten entweder in schlechtem Zustand, oder noch schlimmer: schlecht repariert bzw. restauriert nach dem Motto: außen hui, innen... Schließlich fand ich doch noch eine GIBSON L-Century Bj.34/35, ein Sondermodell anlässlich der 100-Jahr-Feier von Chicago, in sehr gutem Original-Zustand und zu akzeptablen Preis bei Dave Stutzmann, Rochester. Der zeigte uns seine beachtliche Sammlung prächtiger und auch kurioser Gitarren, und er war (noch) nicht im Internet präsent. Eine unangenehme Nebenwirkung hat dieses Informations-Medium nämlich auch: Der Zugang zu den Angeboten und Märkten ist überall weltweit möglich, und die Chance für Schnäppchen sinkt, weil jeder alle Angebote vergleichen kann.

Doch warum in die Ferne schweifen, wenn Tübingen liegt so nah?! Schon länger hatte ich auf eine sehr früh gebaute (ca. 1860) MARTIN 0-26 geschielt, bis die ´Gitarreros` Rudi & Willi sie behutsam gerichtet und den Originalzustand weitestgehend erhalten hatten; Ende 2000 war es soweit. Das gute alte Stück geht weit zu den Wurzeln der berühmten Manufaktur C.F.Martin zurück und zeigt dennoch schon einige der typischen, wegweisenden Baumerkmale, die bis heute in den Western-Gitarren zu besichtigen sind. - Bald darauf trennten sich die beiden auch noch von einem ihrer feinsten Schätze, der PRAIRIE-STATE (Larson Brothers) von 1933. Damit öffnete sich für mich ein weiteres Fenster für faszinierende Gitarren, das blieb nicht ohne Folgen. Die LARSON Brothers sind meist nur Insidern ein Begriff, doch auch sie haben dem amerikanischen Gitarrenbau wichtige Impulse gegeben, und ihre Instrumente halten jedem Vergleich stand. Die PRAIRIE STATE war das Spitzen-Modell der Larson-Brüder (sie waren aus Schweden emigriert), und sie befindet sich in Spitzen-Zustand!

Wahrscheinlich ist bereits deutlich geworden, dass ich großen Wert auf den Original-Zustand meiner Instrumente lege. Das bezieht sich zuallererst auf den Lack, wo mich kleine Risse, Kratzer und Spielspuren weniger stören als eine Neu-Lackierung. Einerseits, weil damit die Patina, der Charakter des Alters verloren geht, und andrerseits, weil eine Neu-Lackierung ein Abschleifen des alten Lacks und meist auch Ausschleifen tieferer Macken (warum sollte sonst neu lackiert werden?) erfordert. Dadurch Verliert das empfindliche Tonholz an Stärke. Besonders bei der Decke ist das sehr kritisch, nimmt es ihr doch Stabilität und verändert das Resonanz-Verhalten. – Bei viel gespielten Instrumenten verschleißen naturgemäß bestimmte Teile: zuerst die Bünde, irgendwann auch Griffbrett und Brücke, vielleicht die Stimm-Mechaniken; auch der Halswinkel kann sich über die Jahrzehnte ändern, und damit die Saitenlage. So was muss dann gerichtet werden, wenn die Spielbarkeit erhalten bleiben soll. Das ist natürlicher Verschleiß, das nehme ich in Kauf. Patina dagegen mag ich, sie erzählt Geschichten. Wenn eine alte Gitarre zum Neuzustand restauriert wird (mit den genannten Nebenwirkungen) - wo bleibt das Original, die Spuren der Zeit, die Geschichte? Geliftete Menschen gefallen mir auch nicht.

Und immer wieder lockt das Internet, dieser virtuelle riesige Ausstellungsraum, wo es stets was zu entdecken gibt... Dabei sollte man freilich nicht vergessen, dass bei der Einfuhr von Musikinstrumenten ca. 3% Zoll sowie die Mehrwertsteuer fällig wird. Das kann also richtig teuer werden! - So kaufte ich bei Michael Katz (serious acoustics), den ich bei unserem US-Trip vergeblich zu kontaktieren versucht hatte, nachträglich auf diesem Weg eine der raren Martin-Gitarren, die ab 1926 als erste für Stahlsaiten ausgelegt worden waren. Das war eine C.F.MARTIN 000-18 von 1926, sehr schön klingend und zu spielen. Optisch hatte sie leider mehr gelitten, als auf den Fotos zu sehen war - allzu heftige Spielspuren und Beschädigungen finde ich nicht mehr schön. Das ist das Risiko bei solchen Fern-Deals. Michael ist leider bald darauf verstorben. – Zwei Jahre darauf leistete ich mir auch noch das Nachfolge-Modell der 000-18, das wegweisende ´Orchestra Model`, eine MARTIN OM-18 von 1930, der ersten "modernen" Martin-Steelstring überhaupt (und Vorlage für die beschriebene Franklin OM)! Es fasziniert, diese beiden Gitarren zu vergleichen, die zwar nur vier Jahre auseinander sind, und doch für zwei Epochen stehen. Ich bezog die OM über Elderly-Instruments, und sie entsprach dem virtuellen Angebot und meinen Vorstellungen; noch eine Super-Gitarre! - Und so geht die Geschichte weiter: noch eine, und noch eine... Hat das Sucht-Charakter? Bisweilen spürte ich etwas wie kindliche Gier: Haben wollen!!! Manchmal sage ich mir auch: Lieber halte ich mein Geld in Form einer Gitarre in der Hand, statt auf der Bank in unbegreiflichen Investment-Fonds. Erlebte Zinsen. Geld ist schon wichtig bei diesem Hobby, zumindest wenn man in der Oberklasse dabei sein möchte; es geht natürlich auch darunter. Ich hatte das große Glück, Geld zu erben, um diese fantastischen Gitarren kaufen und spielen zu können; "verdient" habe ich es nicht. Manchmal ist mir das peinlich und ich schäme mich für mein Glück. - Lebenswichtig sind diese schönen Objekte für mich freilich nicht. Das ist mir klar geworden, als der Tod bei mir angeklopft hat, nicht nur einmal. - Gitarren sind für mich nicht mehr, aber auch nicht weniger das schönste Hobby auf der Welt.

Also machte ich weiter mit meinem Wunschkatalog (Die Modellpaletten von GIBSON und MARTIN sind beträchtlich!): Als mich am 22.2.2002 die Nachricht erreichte, dass eine alte, viel gespielte GIBSON J 185 (1954) zum Verkauf stand, hieß es: Nichts wie hin! Ich hatte schon länger Interesse an diesem seltenen, als besonders ausgewogen geltenden und dementsprechend gesuchten Gibson-Modell aus den 50-ger Jahren, das noch in meiner Sammlung fehlte. – Unerwarteterweise blieben bei diesem Deal auch noch eine exotisch merkwürdige Gitarre, ein ´Perlmutt-Monster` mit Fragezeichen (WASHBURN? Baujahr 1920+/-5? Hawaii-Spezifikation?) an mir hängen (Willi half noch beim Tragen...), wie auch eine Tiple MARTIN T-15 (1950), die aussieht wie eine Bonsai-Dreadnought. So was hatte ich noch gar nicht gekannt, geschweige denn jemals gesucht! Doch ein ´Paket-Preis` macht´s möglich....

Dann folgten ein paar Souvenirs, weit ab vom systematischen Wunschkatalog: die erste Reise führte uns nach Lissabon. Der Fado begeisterte, eindringliche Gesänge begleitet vom lieblichen Klang Portugiesischer Gitarren, 12-saitigen Bandurras, die in Form und Bauweise einer Mandola oder Waldzither ähnlich sind. Stadtbummelnd ohne zu suchen, entdeckte meine Frau neben einem langweiligen Musikgeschäft voller Neu-Instrumente einen kleinen Antiquitäten-Laden voller alter Möbel, Gläser und Kruscht ("Gehen wir da mal rein?"), und siehe da: mitten drin eine kleine, uralte Bandurra, ziemlich kaputt und heruntergekommen, mit dem morbiden Charme des Fado... Eigentlich ist das gar keine Gitarre. Historisch eine Viola d`Arame, vgl. Franz Jahnel; als Bandurra gehört sie zur Familie der Lauteninstrumente. - Mit ihr verwandt ist die TAMBURICA aus Prag, die wir von der nächsten Reise mitbrachten; auch Prag ist eine Reise wert! Im Jahr darauf ging es nach Paris. Anlass war ein Auslandsaufenthalt unserer Tochter in Frankreich, wo wir sie natürlich besuchten. In Paris lag ein Besuch im bereits erwähnten "Traumladen" von M. Bissonnet nahe. Dort gab es wieder allerlei uralte Stücke und Raritäten, und schließlich kam ich mit einer Gitarre von AUBERT A TROYES von ca. 1785 heraus. So ein Stück aus der Frühzeit der Gitarre hatte mir noch gefehlt. Doch die ist leider nicht ganz original; ich war meinen Originalitäts-Grundsätzen untreu geworden. Hinterher kamen mir Zweifel, ob das ein guter Kauf war. Nach einer Menge Arbeit präsentiert sie sich immerhin wieder ziemlich originalgetreu, hübsch anzuschauen und spielbar. Sie blieb seither meine älteste Gitarre.

Die Wände in meinem Musikzimmer füllten sich immer mehr mit Gitarren; auch in das angrenzende Wohnzimmer schwappte die schöne Flut schon über, was für manche Diskussion in der Familie sorgte. Auf der einen Seite begann ich deshalb die Raum-Ausnutzung zu optimieren, indem ich die Abstände zwischen den Aufhängungen verringerte. Auf der andern Seite erlegte ich mir eine Begrenzung bzw. Konzentration meiner Sammelwut auf und entwickelte Präferenzen: Welche wirklich wichtigen Modelle von Gibson und Martin fehlten noch? Die Alternative, Gitarren zu verkaufen, gefiel mir am wenigsten. Einkaufen umso mehr, und auf der Liste standen: Eine Gibson der frühen L-Serie mit Halsansatz am 12.Bund, ein LG-Modell, und eine frühe Jumbo... Und von den MARTIN-Gitarren fehlten die Größe 1 und 00, sowie die Top-Ausführungen 45 bzw. 42, und am unteren Ende der Skala Style 17. Eine MARTIN 00-45, das war ein schon jahrelang gehegter Wunschtraum - und ist es geblieben! Nach langer Suche, auch mit Unterstützung von Willi, nach viel Hin und Her, verkappten Ruinen und Blendern, und nach einem Fehlkauf blieb ich schließlich bei einerMARTIN 00-28 von 1930. Der Verkäufer Leo Coulson schenkte mir dazu zwei schöne Fachbücher, verschwieg aber eine Reparatur; trotzdem ist das eine ausgezeichnete und schöne Gitarre, auf der ich gerne spiele (Jahre später ergatterte ich dann noch eine 0-45, aber keine 00-45; siehe unten). - Doch zuerst ging es mit Gibsons weiter, und das wurde schon wieder ein Hin und Her. Für die Beteiligten war das nervenaufreibend, doch das Ergebnis überzeugt: eine GIBSON L-2 mit Halsansatz am 12. Bund, ein ganz seltenes Modell in extravaganter Ausführung, und in exzellentem Original-Zustand. Weil das Bessere der Feind des Guten (das betraf eine L-1) ist, kam es letztlich zu einem Tauschgeschäft. Diese L-2 ist die beste kleine Gibson, die ich jemals gespielt und gehört habe. Reizvoll ist auch der Vergleich mit der gleich alten, vergleichbaren Martin 00-28: von unterschiedlichem Charakter, doch beide sind wirklich super!

Das Bessere ist der Feind des Guten; dies sollte sich noch öfter bestätigen. Eigentlich war ich ganz zufrieden gewesen mit meiner 56-er Gibson J-200, bis mir eine GIBSON SJ-200 von 1950 angeboten wurde, ein ganz hervorragendes Exemplar; die klingt einfach gigantisch! Die andere konnte ich zum Glück verkaufen; zwei Super-Jumbos brauchten einfach zu viel Platz - man wird sehen! Der nächste Streich war eine zierliche GIBSON CF-100 E (1957), eine verkannte Trendsetterin aus den 50-er Jahren in sehr schönem Zustand: eine Acoustic-Cutaway mit Pickup, wie sie seit Jahren stark gefragt sind. - Bald darauf kam noch eine andere zierliche Schönheit dazu, eine MARTIN 00-18 von 1937. Hatten wir die 00 nicht bereits abgehakt? Ja, die traditionell gebaute mit Halsansatz am 12. Bund schon, aber C.F.Martin hatte ab 1934 unter derselben Modell-Bezeichnung das moderne Nachfolge-Modell mit Halsansatz am 14. Bund eingeführt; das unterscheidet sich nachhaltig vom Vorgänger. Diese "moderne" 00-18 sieht heute noch fast aus wie neu, bietet ein wunderbar weiches, brillantes Klangbild und beste Bespielbarkeit. - Die Ausweitung der Sammlung auf jeweils beide Versionen von 0, 00, und 000 ergab naturgemäß wieder Platzprobleme im Haus. Doch auch dieses Mal fand ich eine Lösung, indem weniger wichtige Exponate ins Treppenhaus verlagert wurden (die Familie zeigte sich einverstanden).

Und fast hätte ich es vergessen: während ich in ungezählten Stunden das uralte Stück von AUBERT in möglichst originalgetreuen Zustand zurückbaute, da flog mir gleich noch so ein "Baustelle" zu, quasi geschenkt: eine ganz interessante Gitarre von VOLL, Jacob in Mainz, 1840, mit einer interessanten Halskonstruktion nach J.G. STAUFER. Ihr Zustand versprach noch viele weitere Stunden in der Werkstatt. Mittlerweile bildet sie mit den Instrumenten von AUBERT (1885), LeJEUNE (1812), STAUFER (1820) und den Uralt-MARTINs von 1860 und 1889 eine eindrucksvolle Ur-Ahnengalerie, die unser Wohnzimmer schmückt (die Familie zeigte sich entgegenkommend).

Im Musikzimmer gibt es dafür mehr Platz das Steelstring-Paradies. Jedes Mal, wenn ich es betrete, hebt sich meine Stimmung (und das kann ich schon mal brauchen!). Welch ein Glück wird mir da zuteil, das hätte ich früher kaum vorstellen können (Ein noch größeres Glück ist freilich meine Familie, die Kinder)! - Einige Zeit war ich so sehr zufrieden, doch irgendwann packte mich dann wieder das Jagdfieber (die Tochter nannte es Sammelsucht). Das Internet und Freund Willi als "guitar-hunter" sind dabei sehr hilfreich (und auch verführerisch). So kam ich zu einer wundervollen MARTIN 000-28 von 1938, einem der besten Jahrgänge, die ausgezeichneten Klang und dank breitem Hals beste Bespielbarkeit bietet für meine Spieltechnik; ab 1939 waren die Hälse schmaler gebaut worden. Dann war Ruhe bis Weihnachten 2004.

Zum Fest kam dann ein absoluter Knaller: Ich bekam tatsächlich eine GIBSON L-5 (1936) geschenkt! Kaum zu fassen… Da machte ich doch glatt eine Ausnahme in meiner Sammlung, die sonst ja keine Archtops mehr vorsah. – So ging die Sammel-Geschichte immer weiter. Für mich wird das nicht langweilig, für den Leser Vielleicht doch? Dann lass` das Lesen und spiel` Gitarre, so mein Rat! – Die nächste Kandidatin war eine S.L.MOSSMAN Custom von 1974, ein "youngtimer", über die ich im Internet quasi gestolpert war. Mit MOSMMAN hatte ich da ja schon meine Vorgeschichte. Diese ist ein ziemlich abgefahrenes Einzelstück aus wunderschönen Hölzern (gebaut, bevor das Holzlager von MOSSMAN abbrannte), viel Abalone und Elfenbein, erstanden von dem ebenfalls ziemlich abgefahrenen kalifornischen Künstler Charles M. Simon, der u.a. aus altem Autoblech Gitarren schmiedete und philosophische Bücher schrieb; ich habe nie wieder was von ihm gehört. An dieser Mossman reizte mich die bizarre Ausführung, der Status des Einzelstücks, und weil meine andere MOSSMAN halt so einsam war…. Anfang 2005 erwarb ich einen Kontrapunkt zur bombastischen Mossman: Eine zierliche und ganz schlichte MARTIN 0-17 von 1939. Das war Martins damaliges Einsteiger-Modell (mit Halsansatz am 14. Bund) für den kleinen Geldbeutel. Woody Guthrie hat den "working man" besungen auf eben solch einer Gitarre. Trotz der einfachen Materialien und Ausführung zeigt die 0-17 alle guten Eigenschaften der alten MARTIN-Gitarren, sieht gut aus und klingt ebenso! Damit umfasste meine Sammlung (fast) alle Größen und Ausführungen der "klassischen" alten MARTIN-Gitarren mit Halsansatz am 12. Bund, wie auch die modernen Steelstrings mit dem verlängerten Hals, bis zum Ende der sog. Goldenen Ära 1945. (M)ein Gitarren-Paradies!

Doch es blieb immer was zu verbessern. Ich verkaufte meine recht gute GIBSON SOUTHERN JUMBO von 1944 und erstand dafür eine wesentlich bessere desselben Typs von 1943: noch originaler, noch besserer Zustand, noch besserer Klang, und noch teurer natürlich auch! - Wirklich hin- und hergerissen war ich zwischen meiner ´alten` Martin 000-18 von 1926, einem etwas ramponierten Klangwunder, und einer Martin gleichen Typs von 1931 in bestechend gutem Zustand, die allerdings nicht ganz so offen klingt und sensibel anspricht. Da passte die Regel vom "Besseren ist der Feind des Guten" nicht recht. Nach langem Vergleichen habe ich dann die ältere zum Verkauf gebracht.

Immer wieder gab und gibt es Phasen, da war oder bin ich zufrieden und satt mit meiner Gitarrensammlung. Bis dann wieder der Appetit auf Neues steigt bis hin zur Gier, die ich dann zügeln muss. In den Staaten nennt man das wohl "GAS - Guitar Aquisation-Syndrome"; das klingt nicht schön. Meine Frau bezeichnete mich auch schon als süchtig nach Gitarren; klingt nicht besser. Soweit mir Kriterien von Sucht bekannt sind, gehört dazu Selbstschädigung (materiell, körperlich, sozial), Vermeidungsverhalten und Grenzenlosigkeit bzw. Kontrollverlust. Ich mache keine Schulden für Gitarren, begehe keine Beschaffungskriminalität, keine Beziehungsbrüche, kein Realitätsverlust, und erkläre mich deshalb für nicht süchtig. Sammeln heißt nicht Sucht, aber Leidenschaft gehört dazu, was bekanntlich auch Leiden schafft, manchmal einsam macht. Was ich vermisse sind Leute, die wirklich Interesse und Verständnis für mein Hobby haben, die vielleicht selbst Gitarren sammeln, für die nicht jede Gitarre gleich aussieht. - Also meldet Euch, wer sich angesprochen fühlt!

Im Jahr 2006 gab es wieder einmal reiche Ernte: Ich nahm eine GUILD F-50 von 1967 mit, das damalige Spitzenmodell des amerikanischen Herstellers GUILD, der nach dem zweiten Weltkrieg gegründet worden war und bald einen sehr guten Namen genoss. Später habe ich dieses Konkurrenz-Modell zu Gibsons Superjumbo wieder verkauft. Die GIBSON-Palette vervollständigte ich dann durch eine GIBSON LG-2 von 1944; diese "Little Guitar" hatte ab 1942 die L-Serie als kleines Modell abgelöst. Damals wurde auch das Banner-Logo "Only a Gibson is good enough" eingeführt. Nicht zuletzt wegen des kriegsbedingten Materialmangels war die LG nochmals kleiner als die L ausgefallen. Zunächst noch aus Mahagoni gebaut, kam gegen Kriegsende auch Ahorn zur Verwendung. Eines dieser seltenen Exemplare konnte ich erwerben. - Dann ging es weiter Schlag auf Schlag: Ich schlug heftig zu bei einer C.F.MARTIN 0-45 von 1927! Damit ist ein alter Wunschtraum fast in Erfüllung gegangen (eigentlich hätte es eine 00-45 werden sollen). Eingangs hatte ich darüber geschrieben. Diese 0-45 ist traumhafte Gitarre! Damit war meine 0-42 überflüssig geworden. Ich tauschte sie gegen das preisgekrönte Meisterstück von Willi Henkes, die HENKES D-45 S von 1998 ein, eine Replik der MARTIN D-45 Sonderanfertigung von 1937 für Harold Wagler (im Buch von GRUHN abgebildet). Eine Hammer-Gitarre! Dazu gab es noch eine kleine, hübsche, leider unsignierte Parlor-Gitarre, auf 1845 taxiert. Ihren Namen eingeritzt hat darauf vermutlich die stolze Erstbesitzerin "Margret Abbott 1850". Diese reich verzierte Gitarre in außergewöhnlich gutem Zustand stammt vermutlich aus deutscher Produktion (Markneukirchen) und bereichert meine Antik-Abteilung. - Für die Abteilung "Kuriositäten" brachten wir aus China dann eine YÜEH-K'IN mit, eine Mondgitarre, wie sie dort schon seit 2000 Jahren nachgewiesen ist. Der Name wird verständlich, wenn man das Instrument betrachtet. - Dann lud mich meine liebe Frau noch bei einem Stadtbummel durch München zu einer russischen BALALAIKA ein, volkstümlich bemalt, die wir im Musikhaus Knobloch entdeckt hatten. Dort hörten wir auch von einer alten Gitarren-Sammlung... doch leider hat es mit der Kontaktaufnahme letztlich nicht geklappt.

Der mittlerweile unglaublich günstige US-Dollar-Kurs machte es zeitweise besonders schwer, "enthaltsam" zu bleiben. Allerdings fraßen galoppierende Preise für Vintage-Gitarren diesen Preisvorteil schnell auf. Meine Wunschliste war mittlerweile zwar weitgehend abgehakt. Doch neue Wünsche tauchten auf: Irgendwie fehlte mir eine frühe C.F.MARTIN D-18 von 1937, ein Modell, das schnell in unbezahlbare Preisregionen enteilte. Wiederum Willi war es, der "guitarhunter", der mir diese Gitarre anbot: zwar mit deutlichen Schönheitsfehlern behaftet, doch dafür noch bezahlbar. Noch eine Legende von einer Gitarre... Ich widmete mich dann wieder mehr dem Gitarrenbau, wo ich neben "normalen" Tonhölzern aus dem Fachhandel gerne auch Hölzer aus eigener "Ernte" verwende: Zum Beispiel das von einer vor Jahren gefällten Fichte aus dem Garten unseres Ferienhäuschens in den Alpen; oder von alten Bohlen aus eben diesem Haus, die beim Renovieren abfielen; oder vom Zwetschgenbaum meines Schwiegervaters; oder Eiche vom Bett meiner Urgroßmutter... Auch daraus können gute Gitarren entstehen, wurde mir mittlerweile bestätigt. - Nach einer längeren Pause kaufte ich dann wider Experten-Rat eine GIBSON Mark 81, quasi ein Youngtimer von 1978 und damit nicht auf der Wunschliste, und angeblich eine der schlechtesten Gitarren, die Gibson je gebaut haben soll! Das reizte mich, und siehe da: Das Risiko hat sich gelohnt. Das ist ein ganz besonderes, interessantes Stück in der Firmengeschichte von Gibson und allemal des Sammelns wert. Ich habe schon wesentlich schlechtere Gibsons gesehen und gehört. - Auf Experten-Rat hin nahm ich dann noch eine zunächst totgeglaubte GIBSON L-2 von 1932 mit. Die ist zwar mehrfach repariert und überlackiert (und entspricht somit ebenfalls nicht meinen eigenen Vorgaben betr. Originalität), doch sie lebt noch und klingt schön. Der aufmerksame Leser wird fragen: L-2, das hatten wir doch schon!? - Stimmt, aber eine von 1931. Und das eine Baujahr später ist tatsächlich, kaum zu glauben, eine (fast) völlig andere Gitarre. Ganz selten bei Gibson ist sie aus Rio-Palisander gebaut, und der Halsansatz ist am 13. Bund. Gibson pflegte eine oft verwirrende Modellpflege. Der Vergleich der beiden L-2 ist interessant; jede ist auf ihre Weise sehr gut. - Dass ich dafür einmal mehr einem Grundsatz untreu geworden bin (keine Doppelungen), das steht auf einem andern Blatt. Ausnahmen bestätigen die Regel...

2008 fing gleich gut an: Am 3. Januar kam ein Paket aus Übersee mit einer Gitarre von ca. 1870, also was für die Ahnengalerie: eine nach den Patenten von WILLIAM B. TILTON gebaute, ganz außergewöhnliche Gitarre. W. Tilton war damals angetreten, die Gitarrenwelt zu verbessern - mit ähnlichem Erfolg wie 100 Jahre später die o.g. GIBSON Mark 81, und mindestens so ungewöhnlich und interessant! - Bald kam noch eine Rarität dazu mit skurriler Note: Eine C.F.MARTIN 1-17 P von 1930. Sie verbindet einen 12-Bund-Gitarrenkorpus der Größe 1 (genau so eine hatte mir noch gefehlt) mit dem verlängerten Hals eines Tenor-Banjos (4-saitig) und dem Hals-Ansatz am 15. Bund. Mit diesem Spezialmodell sollten damals Banjo-Spieler zur Gitarre gelockt werden. Diese 1-17 P ist freilich allzu speziell; ich kann damit nichts anfangen. Da hat sich meine Vorliebe für das Besondere nicht bewährt, ein Fehlkauf. Bislang wollte sie mir noch niemand abkaufen. - Ein Super-Stück dagegen ist die GIBSON J-45 von 1942, ein ganz frühes Exemplar aus der "Banner"-Epoche. Willi Henkes bereitet darüber ein Buch vor: "Banner-Gibsons". Diese frühe J-45 hat eine aufwendigere Ausstattung als die späteren Serienmodelle. Sie befindet sich in fast neuwertigem Zustand. Ein klarer Fall von "Das Bessere ist der Feind des Guten". Die J-45 von 1969 (dem letzten Baujahr) hat mein Sohn geerbt. - Ein weiteres Highlight meiner Sammlung wurde die GIBSON SJ-100 von 1941. Solche Vorkriegs-Super-Jumbos sind große Raritäten. Auf dem Weg aus den USA hierher kam es allerdings zu einem GAU: Trotz mustergültiger Verpackung durch den Verkäufer Larry Wexer kam es zu einem Transport-Schaden. Verpackung und Koffer schienen unbeschädigt, doch ein vermutlich stumpfer Aufschlag hatte den Korpus seitlich gestaucht. Unfassbar. So machte ich die Bekanntschaft mit einem Havarie-Kommissar; von diesem Berufsstand hatte ich noch nie gehört. Larry zeigte sich zum Glück sehr kooperativ und gut versichert, und Willi war mir vor Ort eine große Stütze, weil er sich um die Abwicklung kümmerte, Gutachten verfasste, und letztlich auch den Reparaturauftrag übernahm. Das zog sich dann hin. Über dieser Affäre entwickelten sich Spannungen zwischen uns, die unser Verhältnis nachhaltig getrübt haben. Seine Vorwürfe sind mir nie recht verständlich geworden, und eine Klärung war leider nicht möglich. Schade. Trotzdem wickelten wir noch den einen oder andern Deal ab. So kam ich nach einigem Hin und Her zu einer PRAIRIE STATE von 1935 in schoko-braun, die ich ebenfalls bei Larry Wexer aufgetan hatte. Dies ist eines der besonders begehrten 14-Bund-Modelle der Larson Brothers, und in museumswürdigen Zustand: absolut original, kaum Spielspuren, keine Reparaturen, und mit teils merkwürdigen Details, die Willi im internationalen Spezialisten-Forum "theunofficialmartinguitarforum" zur Diskussion stellte; spannend! Trotz der atmosphärischen Störungen: Das hat sich gelohnt! - Auf eigene Faust bezog ich von Buzz Levine/Larkstreet-Music dann noch eine sehr schöne C.F.MARTIN D-12-35 von 1968, wieder ein Youngtimer. Ich hatte schon länger mit einer 12-String geliebäugelt, trotz oder wegen meiner alten FRAMUS Hootenany. Vorkriegs-12-Strings gibt es kaum, außer von STELLA. Martin nahm sie erst mit der großen Folkwelle während der 60-er Jahre ins Programm auf. Meine D-12-35 ist aus fantastischem Rio-Palisandergebaut; ab 1969 stellte Martin auf indisches Palisander um. - Schließlich kam ich wieder auf die schöne S.L.MOSSMAN Timber Creek von 1976 zurück, die ich 30 Jahre zuvor an Freund Luki verkauft hatte (siehe oben) und jetzt in fast neuwertigem Zustand übernehmen durfte. Damit ist mein Mossman-Trio perfekt!

Langsam kommen wir zum Ende des Aufbaus meiner Gitarrensammlung. Es scheint fast unglaublich, was alles im begrenzten Raum meines Musikzimmers Platz gefunden hat. 2009 war ich noch auf der Suche nach einer GIBSON L-0 in schwarz/ebony, und bekam dann gleich ein Paar angeboten: eine GIBSON L-0 black von 1942 mit schön leuchtendem firestripe-pickgard, und eine KALAMAZOO KGN 12 in opaque (heller/ivory Decklack) von 1940. Letztere wurde ebenfalls von Gibson gebaut. Die Ausführung in opaque ist höchst selten. Also: black and white together... Willi bot mir schließlich noch eine weitere Gitarre der Larson Brothers an, eine MAURER von 1935, mit großem 16" Korpus und tiefen Zargen, und dementsprechendem Klangvolumen. Der 14-Bund Hals trägt hier eine durchbrochene Kopfplatte, wie sonst nur bei 12-Bund-Modellen üblich. Wieder ein besonderes, seltenes, und superb klingendes Stück. - Damit verfüge ich nun über eine Trilogie aus der Produktion der Larson-Brothers, und damit soll es genug sein. Die Mittel aus meiner Erbschaft sind weitgehend erschöpft, die Preise der Edelgitarren in Bestzustand werden astronomisch, die Kinder studieren und brauchen Geld, und ich gehe bald in Rente. So kommt wohl irgendwann die Zeit, wo ich verkaufen werden muss, oder will... Doch langsam, noch ist es nicht soweit! - Einmal bin ich auch rückfällig geworden und kaufte mir eine C.F.MARTIN 00-18 H mit sunburst-finish von 1940, ehedem als Hawai-Gitarre gebaut und später konvertiert für normale Spielweise (somit nicht ganz original). Die ist echt Klasse, klingt unglaublich gut, und wurde zu einem meiner Favoriten! Seither ist Schluß.

Die Freude bleibt: Ich habe den Schlüssel und kann jederzeit ins Gitarren-Paradies! Ich danke dafür meiner Frau für ihre wohlwollende Unterstützung, Verständnis und Geduld, meinem Sohn für seinen großen Einsatz bei der Erstellung dieser Website, meiner Tochter für offene Rückmeldung, Frank F. für die Ansteckung mit dem Vintage-Bazillus, Luki für die Reise-Begleitung und Mitbringsel, meinen Eltern für die materielle Grundlage. Ich danke allen Beteiligten, und nicht zuletzt Willi HENKES für seine Fachkenntnis und tatkräftige Unterstützung; von ihm habe ich unendlich viel über Gitarren gelernt!

Dezember 2010, F.L.O.